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Jedes Haus       © Christa Drmota

Jedes Haus hat ne Geschichte.
jedes Haus auf seine Art,
geschrieben wird sie vom Betrachter,
so wie sie ihm sich offenbart.

An den Fernstern Lichtgestalten,
werfen viele Fragen auf,
wer wird unterm Dach wohl wohnen,
wie viele Stufen führen rauf?

Im 3. Stock, da brennen Kerzen
am geschmücktem Weihnachtsbaum,
zwei Menschen drehen sich im Kreise
und leben nochmals ihren Traum!?

Im 2. Stock, da ist die Tafel
für die Familie reich gedeckt,
einige vertreten sich die Beine,
gleich gibt's Kaffee und Gebäck!?

Im 1. Stock ist wohl Bescherung,
sie packen schon Geschenke aus,
der Opa sitzt in seinem Sessel
und wartet auf den Weihnachtsschmaus!?

Und unten leuchten Lichterketten,
vorbei ist aller Weihnachtsstress,
von drinnen ja, da hört man leise,
wir wünschen Euch ein

Frohes Fest!


 

Ich schick Dir ein Lächeln       © Christa Drmota

Ein Lächeln des Himmels ja, das schick ich Dir
und wenn Du es siehst, dann schick es auch mir.
Denn erscheint uns die Welt oft grau in grau
ein Lächeln färbt sie uns gleich wieder „blau"
Ich wünsch Dir ein Lächeln zum Weihnachtsfest
eins für den Alltag – eins gegen Stress
und noch etwas möchte ich Dir heute sagen
ein Lächeln für Dich an allen Tagen.

 

Lebensweg © Christa Drmota

Ich bin den Weg gegangen

und geh ihn immer noch,

nur einer weiß wie lange,

das ist der liebe Gott!

 

Schlittenfahrt der Emotionen        ©Christa Drmota

Schlittenfahrt der Emotionen,

das Erlebte im Gepäck,

verblüht sind all die Herbstzeitlosen,

die Äste sind raureif bedeckt.

 

Festes Eis unter den Kufen,

Schnee fällt leise in der Nacht,

lässt uns neue Hoffnung fassen,

auf alles, was noch kommen mag.

 

In den Häusern Kerzenschimmer,

alle Fenster sind erhellt,

Tannen schmücken sich mit Glimmer,

wenn die Zeit kurz innehält.

 

Mucl

©Christa Drmota

Helle Aufregung herrschte im Wald.

Hirschkuh Esmeralda und Hirsch Ottokar erwarteten ihr erstes Kind, d.h. ihr erstes Rehkitz. Für den 14.Februar war der Geburtstermin ausgerechnet und beide waren in freudiger Erwartung.

In freudiger Erwartung waren aber auch alle Tiere des Waldes.  Man konnte förmlich das Klopfen ihrer fellbedeckten Herzen hören. Heute sollte wieder ein Wunder in ihrem Wald geschehen und sie konnten alles hautnah miterleben.

Sie machten sich frühzeitig auf dem Weg zum Wurfplatz, um nur ja nichts zu versäumen. Jeder wollte den besten Sichtplatz erwischen.

Esmeralda hatte schon Wehen. Taktmäßig mit den Hufen klopfend errechnete Ottokar den Wehenabstand. Es wollte einfach nicht vorwärtsgehen!

Immer wenn Esmeralda sich bewegte, schossen die Köpfe der Tiere in die Höhe, um sie enttäuscht wieder einzuziehen.

Es wurde Abend und die Tiere wurden müde. Sie legten sich im Kreis um Esmeralda und schliefen ein.

Und dann als der Wald ganz ruhig war, kam das Kleine auf die Welt.

Heimlich, still und leise.

Es war, als hätte die Welt für einen kurzen Moment den Atem angehalten.

Glücklich leckte Mutter Esmeralda ihr Kleines sauber, bis auch ihr die Augen zufielen. Glücklich und zufrieden schlief sie ein.

Vater Ottokar stand wie ein Fels neben seinen beiden Lieben und ließ kein Auge von ihnen.

Als der Morgen graute und die Sonne durch die Tannen des hohen Waldes das Morgentau vertrieb, kam Leben in den Wald.

Staunend und vorsichtig näherten sie sich dem Kleinen.

Und dann waren sie nicht mehr zu halten.

Der ganze Wald bebte!

Man jubelte, bellte, jaulte, brunzte und trillerte in allen Tiersprachen die Freude in die Natur hinaus und begrüßte den Neuling.

Alle riefen durcheinander:

“Oh, wie süß/ Och, was kleine Hufe und das Näschen erst/ Guckt, mal, das kleine weiße Fleckchen auf der Stirn/ ganz der Papa u.s.w.“

Tante Helmine meinte: “ Ist es nicht etwas klein und  muckelig!?“

Muckelig, das war es, schoss es Esmeralda durch ihren hübschen Hirschkuhkopf.

„Mucl“, ja Mucl,  so sollte es heißen. Sie schaute fragend zu Vater Ottokar. Zustimmend nickte er mit seinem Geweih und fortan hieß das Kleine

„ MUCL „

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Witz verdichten

©Christa Drmota

 

Peterchen blass im Flugzeug sitzt

angeschnallt im Sessel schwitzt

in der Hand die Tüte knittert

seine rechte Wade zittert

 

Die Stewardess den Gang lang eiert

dabei die bitteren Worte leiert

„He Kleiner, du bist der Gewinner,

der Captain lädt zum Cockpitdinner.

 

Dann sitzt er vorn – die Zeit vergeht

er schickt zum Himmel ein Gebet

„Herr, es soll gescheh’n dein Wille“

da rückt der Captain seine Sonnenbrille.

 

Nach einer langen Pause dann

fragt ihn der gestresste Brillenmann

„Na Kleiner, bereitet fliegen dir Beschwerden

oder willst du auch mal Captain werden?“

 

„Ich nicht, doch mein Bruder fällt mir ein

der wäre gut für den Pilotenschein

Hat auch ne Brille Schutzfaktor „himmelblau“

und ist dabei auch noch ne faule Sau!“

 


 

Der starke Willi

©Christa Drmota

Es war wie in jedem Jahr der Wechsel der Jahreszeiten und nun war der Winter da. Von „Dasein“ konnte eigentlich zur Zeit noch keine Rede sein, denn es waren sommerliche Temperaturen, die den gesamten Kreislauf bei den Menschen durcheinander brachten.

Täglich wartete man - besonders die Kinder – auf den winterlichen Einbruch, der ihnen die weiße Pracht des Schnees bescheren sollte. Aber jeden Morgen beim Erwachen stand blanke Enttäuschung in ihren kleinen Augen.

Grau in Grau – und viel Regen, so hieß es im Wetterbericht. So sah es auch in den Herzen der Menschen aus, dass sich in Ihren Mienen wiederspiegelte.

Bald nahte die Weihnachtszeit und eine adventlichte Stimmung ohne Schnee wollte so recht nicht aufkommen.

Doch dann fiel er, heimlich still und leise über Nacht.!

Die Gesichter der Menschen hellten auf, als sie am Morgen auf die Straße blickten. Es schien, als wären die ganzen Straßen mit Puderzucker überzogen worden.

Die Kinder konnten es gar nicht erwarten, bis die Schule zu Ende war, um im Schnee zu toben. Einen Schneemann wollten Sie bauen, einen besonders schönen. Mitten auf dem Marktplatz sollte er stehen, um von allen Einwohnern der kleinen Stadt gesehen und bestaunt werden zu können.

Fleißig sah man die Kinder den Schnee rollen, bis der untere Teil des weißen Mannes dick und rund war. Der oberen Teil wurde etwas kleiner und dann folgte nur noch der Kopf.

Ein Name mußte her. Alle schrieen durcheinander: Heini, Otto, Karli, Berti  und noch viele mehr. Dann aber hatte man ihn gefunden:

WILLI – er sollte WILLI heißen.

Nackt stand er da. Die Kinder überlegten ganz aufgeregt, womit sie „WILLIverschönern könnten, damit er auch richtig lebendig aussah.

Eine Möhre für die Nase; zwei Kaffeebohnen für die Augen; zwei Stangenbohnen für Mund.

Einen Schlapphut von Onkel Fritz für seinen Kopf, einen alten Mantel von Opa Heinrich, einen Besen aus der Besenkammer von Tante Elfriede und aus der Nähkiste von Oma Gerta ein paar Knöpfe für WILLIS“ Bauch.

Da stand er nun mitten auf dem Marktplatz, fein herausgeputzt wie ein Denkmal eines mutigen Schneehelden des kleinen Städtchen.

„Er wird wieder schmelzen!“ war die Sorge aller Kinder. Aber wie war dies zu verhindern? Ein jeder wollte ihn so gerne behalten, denn er war besonders gut gelungen, und vor allen Dingen, es war von den Kindern des Dorfes selbst gebaut. Keiner wollte wahrhaben, dass diese Freude vergänglich sein würde. Ein Schneemann lebt eben nur zur kalten Jahreszeit und das Überleben sichert ihm nur der Frost. Leben jedoch, bedeutet für uns Menschen ja Wärme aber für „WILLI“ der blanke Tod.

Kämpfen wollte man. Eine Eismaschine wollten sie hinstellen, die sollte WILLI“ mit kalter Luft am Leben halten. Ein kleiner Junge brachte Eisklümpchen aus dem Kühlschrank von zu Hause. Alles, aber auch wirklich alles versuchten die Dorfleute, um ihren „WILLI“ zu retten.

Für die nächste Nacht war ein schwerer Schneesturm vorhergesagt. Sie hätten so gerne einen Schutzwall um „WILLI“ gebaut, der ihn in Sicherheit brachte. Machtlos fühlten sich die Einwohner und waren darüber sehr traurig.

Der Sturm tobte über dem Städtchen und es pfiff aus allen Richtungen. Ob „WILLI die Liebe der Menschen zu ihm und ihre Traurigkeit über den herannahenden Verlust seiner Wenigkeit gespürt hat, vermag niemand zu sagen. Doch wie auch immer es geschah, kämpfte „WILLI“ um „SEIN ÜBERLEBEN“; stemmte sich mit aller Kraft gegen den Sturm und erstarrte zu einem Stein.

Wie ein Fels in der Brandung stand er da und als die Menschen vor Freude auf dem Marktplatz zusammen liefen, glaubten sie, dass WILLI“ spitzbübig zwinkerte, als wollte er ihnen sagen:

„Leben bedeutet für mich,

mehr Träume in Eure Seelen zu  legen,

als die Realität jemals zerstören kann, “